Ich muss sagen, über diese Rubrik habe ich lange nachgedacht. Es fing schon bei dem Namen an. Regel, Richtlinen, all dies wirkte zu streng, da jeder sich seine eigenen Gedanken dazu macht wie er mit Pferden umgeht, bzw wie er gerne mit Pferden umgehen würde. Auch ändern sich Auffassungen und Einstellung fortlaufend. Meiner Meinung nach muss sich hier jeder sein eigenes Bild machen, dies sind jedoch meine Gedanken an denen ich Natural Horsemanship definiere.

"Ich werde dir niemals weh tun. Selbst wenn ich könnte."

Dieser Gedanke steht für mich ganz oben. Ich möchte nicht, dass meine Arbeit mit einem Pferd von Angst dominiert wird. So muss man sich also genau überlegen wie man mit einem Pferd in Kontakt tritt. Pferde vergeben das Meiste, aber vergessen nie! Ganz besonders wichtig wurde dieser Gedanke nochmal für mich, als ich mit dem Pflegepferd einer Bekannten gearbeitet habe, welches sehr (ja man kann sagen agressiv) auf die Gerte und menschengemachten Druck reagiert. Hier erzeugte Druck nur Gegendruck, dem ein Mensch nicht gewachsen ist. Also habe ich diesem Pferd ersteinmal diese Botschaft übermittelt.

Ab jetzt zähle ich meine Gedanken nicht mehr nach der Wichtigkeit auf. Es muss individuell geguckt werden, was gerade erforderlich ist!

"Seit konsequent"

Heute Hü + morgen Hott = Verwirrung beim Pferd, Frustration beim Reiter.

Pferde brauchen klare Richtungen. Was gestern ok war, muss es heute auch noch sein. Natürlich hat man seinem Pferd das Eine oder Andere mal mehr oder weniger durchgehen lassen, aber genau JETZT ist der Zeitpunkt dies zu ändern. Besser heute als morgen!

Denn: Pferde brauchen Sicherheit. Sie folgen nur jemandem, der weiß was er tut. Schließlich hängt ihr Leben davon ab!!!

"Die Fehlerquelle ist oft ein Mensch, nicht unbedingt der Mensch"

So oft heißt es, alles was das Pferd nicht so ausführt, wie vom Menschen beabsichtigt ist die Schuld des Menschen. Hierbei ist es mir wichtig zu unterscheiden: Manche "Probleme" oder "Reaktionen" kauft man so zu sagen schon mit, andere Probleme entstehen erst mit der Zeit. In beiden Fällen ist es wichtig, die Schuld nicht aufs Pferd zu schieben. Es reagiert nur wie er es gelernt hat (von wem auch immer). Unbeständige Pferde haben/hatten unbeständige, viele oder mehere (zeitlich gesehen) Besitzer. Wie soll man da als Pferd wissen was gewollt ist bei welchem Menschen und warum man beim letzten Besitzer etwas durfte was beim nächten nicht ok ist. Also nicht ärgern, Grund rausfinden und dem Pferd helfen zu dem gewünschten Verhalten zu kommen (positive Bestärkung).

"Frage anfangs nach einem Schritt, dann warte und versuche es erneut"

Wie es immer so ist. Es wird geguckt: "Was ist das Ziel? Hinterhandwendung? Alles klar! Los!" Ich muss sagen: In den meisten Fällen ist das leider sehr uneffektiv, da es in keinster Weise die Motivation fördert. Ein Pferd muss am Anfang seiner Ausbildung SOFORT für seine Bemühungen unserer Aufforderung nach zu kommen belohnt werden, sprich wir nehmen den Druck weg und geben dem Pferd eine Pause. Denn so lernen Pferde: "Was muss ich tun, um die Übung zu beenden". Anfangs zumindest bzw später auch bei schwierigen Übungen. So motivieren wir unser Pferd und stärken sein Selbstbewusstsein. Fragen wir es nach ein paar mal üben: "Kannst du auch noch einen Schritt mehr machen?" Wird das Pferd vielleicht sagen: "Mensch, noch einen? Naja den einen hab ich ja auch immer gut hinbekommen, dann bestimmt auch einen zweiten." Und siehe da, wir haben ein Pferd das stets bemüht ist mit uns zu arbeiten. Hier so niedergeschrieben hört sich das nach jahrelanger arbeit an, ist es aber nicht.

Ist ein Pferd weiter in der Natural Horsemanship Ausbildung wird es sagen: "Wo soll ich hin? Wie schnell und was soll da dann da tun?"

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© Svantje Suel