Die Philosophie oder das Prinzip des Natural Horsemanships basiert auf dem natürlichen Verhalten der Pferde in einer Herde bzw. dem Verhalten einer Stute ihrem Fohlen gegenüber.

Pferde sind von Natur Herdentiere. Sie sind stets bestrebt sich einem ranghöheren Pferd unterzuordnen und damit das Sicherheitsdenken abzugeben.

 

Dies tut ein Pferd aber nur, wenn es sich bei dem ranghöheren Tier sicher fühlt. Ist dies nicht der Fall übernimmt es selbst das Kommando. Dies ist es, was das Reiten bzw den Umgang mit Pferden oft so gefährlich macht: Das Pferd fühlt sich nicht sicher bei seinem Menschen, da dieser evtl. nicht gelernt hat wie man sich als "Herdenchef" verhält und übernimmt selbst die Oberhand.

 

 

Solche Pferde werden oftmals als unartig bezeichnet, dabei wird jedoch etwas Wesentliches nicht bedacht: Das Pferd ist von Natur  aus dafür vorgesehen, sich wie ein Fluchttier zu verhalten. Auf Fluchttiere wirkt der Mensch wie ein Raubtier.  Auch wenn du kein Pferdefleisch isst, tun dies doch Tausende von Menschen. Ebenso Löwen, Grizzlybären, Dingos, Hyänen, Wölfe oder Kojoten. Pferde wissen, dass wir zur selben Familien wie diese Tiere gehören - wir sind alle Raubtiere.

 

 

 

Wenn wir das wirklich verstehen, ist es klar, dass unsere erste Mitteilung an ein Pferd sein muss: "Ich würde dich nie verletzten, selbst wenn ich könnte. Du kannst dich ganz und gar auf die Tatsache verlassen, dass ich dein Freund bin." Bedenke dies bei jeder Handlung mit deinem Pferd und entscheide selber ob du in das Freund- oder Feindbild des Pferdes stehen möchtest.

Denn überleg mal: Du wurdest als du klein warst von Kannibalen gefangen. Selbst Jahre später bräuchte es nicht viel, dass du denken würde die Kannibalen haben ihre Meinung geändert und würden dich nun doch töten und fressen!

 

 

Wenn uns das alles bewusst ist, fällt es uns vielleicht leichter manche Reaktionen unserer Pferde zu verstehen und unseren Umgang mit Pferden zu verändern, denn Probleme können nie mit der Selben Denkweise gelöst werden, mit der sie entstanden sind. Und manchmal braucht es nur einen kleinen Schubs in eine andere Richtung um große Probleme zu lösen.

 

Also ist es der einzige sinnvolle Weg, das wir die Sprache der Pferde erlernen und durch Techniken wie "Annährung und Rückzug" und "umgekehrte Psychologie" eine schnelleres, gefestigteres und für das Pferd logisches und stressfreies Resultat erzielen können.

 

Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass Pferde keinen Schmerzlaut besitzen. So kommt es immer wieder zu so unschönen Trainingmethoden wie der Hyperflexion. Das Pferd beugt sich dem Schmerz und kann ihn nicht verbal zum Ausdruck bringen.

 



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© Svantje Suel