Wie in so vielen Bereichen ist Natural Horsemanship auch eine große Hilfe beim Verladen.

 

Die Probleme beim Verladen rühren meist aus zwei Ursprüngen herraus:

 

Entweder hat das Pferd angst (evtl. durch einen Unfall im bzw mit dem Anhänger) oder das Pferd hat zu wenig Respekt und Vertrauen, um sich für uns in einen beengten Raum zu begeben, den sie evtl mit etwas unangenehmen verbinden (z.B. bei den Fahrten zum Reitunterricht. Hier wird der Anhänger mit Arbeit verbunden).

 

Der Grad zwischen Angst und Respektlosigkeit ist jedoch auch sehr gering und muss situationsbedingt beurteilt werden. Dieses Verhalten kann sich auch bei einem und dem selben Pferd sehr schnell verändern.

 

Pferde sind Klaustrophobiker - das große Problem beim Verladen: wenn man eingesperrt ist kann man nicht flüchten. Besteht dann noch ein nicht vollendetes Vertrauensverhältnis läd man das Pferd ein sich zu einem Raubtier sperren zu lassen. Eine nicht gerade verlockende Vorstellung, oder?

 

Manche Pferde spielen auch: "Wie viel kann ich meinen Menschen vor dem Anhänger bewegen und wie oft kann ich ihn verladen?" Kennen bestimmt auch einge. Man rennt vor dem Anänger hin und her, von links, dann von rechts, dann die linke Seite, dann doch die rechte Seite. Das Pferd steht nur da und bewegt sich nicht. Sehr anstrengend für uns und einen Stück dichter am Anhänger steht das Pferd auch nicht. Ist ein Pferd auch zum größten Teil respektlos ist es trotzdem nicht angenehm im Anhänger zu stehen. Dies sollte meiner Meinung nach nicht vergessen werden.

 

Aus diesen Gründen ist es sehr wichtig schon vor dem Verladen mit dem Pferd eine gute Kommunikation herzustellen, damit man sich vor dem Anhänger auch "unterhalten" kann. Wie Pat Parelli so schön sagt: "Eine gute und sorgfältige Vorbereitung verhindert eine armseelige Demonstration."

 

Wie ist nun das Prinzip hinter dem Verladen nach Natural Horsemanship?

Ich verwende ein Knotenhalfter, einen Stick oder eine Gerte und ein langen Seil (3,7 Meter).

 

Als erstes gucke ich wo sich der Punkt befindet an den das Pferd sich noch wohlfühlt. Oft ist dies vor der Rampe oder mit der Vorderhand auf der Rampe. Wenn ich diesen Punkt gefunden habe, frage ich das Pferd, ob es sich einen Schritt über diesen Punkt wagt. Ist dies der Fall, wird es sofort belohnt indem ich den Druck weg nehme und mich vom Anhänger entferne. Anschließend gehe ich wieder zum Anhänger und gucke, bis wohin das Pferd mir folgt und frage wieder einen Schritt nach vorne. Geht das Pferd ungefragt rückwärts lade ich es erneut zu mir ein. So verlagere ich den Punkt an dem sich das Pferd wohlfühlt immer weiter  in den Anhänger.

 

Mit dieser Technik habe ich schon viele Pferde, die seit Jahren nicht mehr auf den Anhänger gegangen sind in wenigen Minuten stressfrei veralden.

 

Steht kein Anhänger zum Training zur Verfügung kann ich meinen Anhänger mitbringen.

 

 

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© Svantje Suel