Leider muss man sagen, dass Ladys Verhältnis zum Hänger schon von ihrer Fohlenzeit unter keinem guten Stern stand!

Ihr Züchter wollte sie nach einer Hängerfahrt vom Anhänger holen. Da sie aber noch ein kleines Fohlen war, traute sie sich im ersten Moment nicht runter. Also schubste der Züchter sie kurzerhand einfach runter. Sie stolperte mehr schlecht als recht die Rampe herunter, und geriet mit dem Hinterbein unter die Rampe. Noch heute erinnert eine große Nabe an der Fessel an dieses prägende Erlebnis.

 

Seit ihrem vierten Lebensjahr haben wir immer wieder versucht sie davon zu überzeugen, dass der Hänger ihr nichts böses will und wir haben immer wieder versucht dieses traumatische Erlebnis in ein gutes umzuwandeln. Doch leider hat nichts von unseren Ideen funktioniert.

Wir haben nahezu alles mögliche versucht ihr das irgendwie schmackhaft zu machen, doch die Sache war ihr einfach nicht geheuer. Also haben wir jedes mal unsere Reisepläne wieder auf Eis legen müssen und der Frust wurde immer größer.

Eines Tages stand sie drauf und wir hatten die Stange vor gemacht. Vor lauter Freude waren wir jedoch nicht schnell genug mit der Rampe und bevor uns klar wurde was geschah, war Lady in die Knie gegangen und hatte sich unter der Stange durch geschoben. Wir wissen bis heute nicht, wie sie das hinbekommen hatte. Das Resultat war ein komplett aufgescheuerter Rücken und ein noch ängstlicheres Pony.

An Verlanden war vorerst nicht mehr zu denken!

Und so gingen unsere Versuche vergebens weiter. Ihre Platzangst hatte sich jetzt natürlich noch verschlimmert und das Vertrauen hatte auch gelitten. Also mussten wir wieder unsere runden um den Hof herum drehen, ohne mal etwas anderes zu sehen.

 

Im Sommer 2013 stieß eine Stallkameradin dann zufällig auf Svantjes Seite und berichtete mir gleich davon. Ich hatte mich schon öfter mit Natural Horsemanship beschäftigt und es hatte mich immer wieder fasziniert und neidisch gemacht, wenn jemand mit seinem Pferd so toll zusammenarbeiten konnte. Also entschloss ich mich kurzerhand Svantje um Hilfe zu bitten.

Eine Woche später dann das erste Training, wo wir die Grundlagen und die wichtigsten Kommandos fürs Verladen lernten. Lady lernte wie immer schnell und trotz anfänglicher Müdigkeit fand sie schnell Gefallen an den Übungen. Unser gegenseitiges Vertrauen wuchs immer weiter.

Beim zweiten Besuch von Svantje ging es dann ans Verladen. Und siehe da, das Pony stand auf dem Hänger! Unglaublich!!! Sie war noch unsicher, aber sie stand drauf ohne gleich wieder den Rückwärtsgang ein zu legen. Das hätte ich nie erwartet.

Wir übten also nahezu jeden Tag und es wurde immer besser und besser. Beim dritten Training begannen wir dann die Stange schon mal in die Hand zu nehmen. Lady arbeitete so toll mit, dass auch dies nach wenigen Versuchen kein Problem mehr war.

 

Die nächsten Tage haben wir immer alleine geübt und nach kürzester Zeit, konnten wir die Stange so oft auf und zu machen wie wir wollten und auch das schließen der Rampe interessierte Lady nicht besonders. Unsere erste kleine Tour um den Pudding war auch gar kein Problem. Lady musste sich zwar noch sehr anstrengen um das Gleichgewicht halten zu können, aber es war ja auch ein ganz neues Gefühl für sie. Wieder Zuhause angekommen, öffneten wir erst die Rampe. Das Pony bewegte sich keinen cm. Wir nahmen die Stange weg. Wieder bewegte sich Lady nicht einen cm. Erst als ich sie darum bat aus dem Hänger zu kommen, trottete sie ganz langsam und Schritt für Schritt die Rampe herunter. Daran war noch vor ein paar Wochen gar nicht zu denken!

 

Lady und ich sind Svantje unendlich dankbar für ihre Hilfe und das tolle Training! Die Ruhe die sie ausstrahlt hat uns sehr beeindruckt und ich würde sie immer wieder um Hilfe bitten, wenn Lady und ich mal wieder ein Problem haben sollten.

 

Vielen vielen Dank Svantje, du hast uns eine große Last von den Schultern genommen und den Grundstein für einen Umzug nach Dänemark gelegt!

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Svantje Suel