Unser Luki war schon immer ein dominantes Pony, es kam nicht selten vor das er einen mal über die Stallgasse zog oder einen auch mal wegdrängte wenn er meinte „da durch zu müssen“. Wir akzeptieren es immer irgendwie als sturen Ponycharakter, als ehemaliges Schulpony war seine Respektlosigkeit nicht überraschend.

Beim Verladen war er trotzdessen nie ein richtiger Problemfall, nach wenigen Anläufen stand er meistens nach kurzer Zeit gelassen auf dem Anhänger. Unglücklicherweise hatten wir 2011 bei einer etwa einstündigen Tour einen schlechten Fahrer, so das Lukas sich auf dem Rückweg vom Turnier dort schon strikt weigerte auf den Hänger zu gehen, dort passierte es dann auch das erste Mal, dass er einen auch beim Hänger versuchte wegzuziehen und umzurennen, oder zur Seite wegstieg.

 

Gefühlt tausend verschiedene Menschen versuchten zu helfen und einzugreifen, was die Situation nicht besser machte, und die Situation auch für Lukas immer stressiger wurde. Nach über einer Stunde stand er dann endlich – fix und fertig – auf dem Anhänger. Seit diesem Vorfall war er dann beim Verladen ein wirklicher Problemfall und das Verladen war immer mit viel Unruhe und Stress verbunden. Er ging zwar immer irgendwie und vorallem irgendwann rauf, aber seine Angst vorm Hänger war nicht zu übersehen. Das ganze spitzte sich bis zum Sommer 2012 immer mehr zu. Es endete dann nur noch in einem reinem Dominanzkampf zwischen Mensch und Tier, was bei ihm dann letztenendes sogar zu einer Stresskolik geführt hatte.

 

Das war dann der Punkt wo wir uns für das Verladetraining von Svantje entschieden hatten. Gerade weil es auch den allgemeinen Umgang mit Respekt und Vertrauen ansprach, hielten wie es für Lukas mehr als sinnvoll. Knapp zwei Wochen nach Start des ersten Trainings war schon der Urlaub geplant, also wirklich viel Zeit hatten wir nicht. Und was soll man schon sagen, von Training zu Training wurde es besser! Ersteinmal lernte und verstand er genug Respekt, aber gleichzeitig auch Vertrauen in den Menschen zu haben, im ganzen Umgang war er viel einfacher! Dinge, die vorher unmöglich schienen, wurden aufeinmal möglich. Er ging mit zum Waschplatz, zog einen nicht mehr zum Gras, und auch beim von der Koppel holen blieb er nicht ständig stehen etc. Auch am Hänger gab es von Stunde zu Stunde Fortschritte. Erst stand er nur mit zwei Beinen auf der Rampe, dann mit vier Beinen und schließlich ganz, und all das ohne Druck,Gewalt und Stress! Wenn er dann auf dem Hänger stand, war er nach der Fahrt weder aufgeregt noch schweißgebadet, meistens wollte er gar nicht mehr vom Hänger runter :). Die erste Zeit ging er immer nur problemlos auf die linke Hängerseite, rechts zögerte er immer noch. Beim letzten Verladetraining probierte er es dann von alleine auch mal rechts einzusteigen und schwups, stand er dann auch rechts! Ohne jegliche Aufforderung hat er die Angst vor der rechten Hängerseite selbst überwunden, und sein Ausdruck ist einfach nur herrlich anzuschauen, es scheint so, als wenn er auch auf sich stolz wäre, und wir sind ohne hin unendlich stolz auf ihn!:))))

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Svantje Suel